Erkrankung während der Aufsichtsarbeiten oder der mündlichen Prüfung

Unverzügliche Geltendmachung

Entschuldigungsgründe sind während des gesamten Prüfungsverfahrens unverzüglich geltend und glaubhaft zu machen. Als Entschuldigung können nur ernstliche Erkrankungen oder ähnlich wichtige Gründe gelten, die die Ablieferung von Aufsichtsarbeiten oder das Erscheinen zum mündlichen Prüfungstermin unmöglich machen.

Amtsärztliches Attest

Im Falle einer akuten Erkrankung, die zur Prüfungsunfähigkeit führt, kann das Nichtabliefern einer oder mehrerer Aufsichtsarbeiten oder das Nichterscheinen zur mündlichen Prüfung nur nach Vorlage eines amtsärztlichen Attestes entschuldigt werden.

Das amtsärztliche Attest muss unverzüglich, spätestens am Folgetag, vorgelegt werden. Daraus muss die Art und Dauer der Erkrankung sowie das Beschwerdebild erkennbar sein. Prüfungsbedingte Erkrankungen (z. B. Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen wegen der Teilnahme an der Prüfung) können nicht berücksichtigt werden. Zur Frage, ob eine prüfungsbedingte Erkrankung vorliegt, muss in dem amtsärztlichen Attest ebenfalls Stellung genommen werden.

Wiederholung sämtlicher Aufsichtsarbeiten

Wird das Fehlen bei einer Aufsichtsarbeit entschuldigt, so ist nicht nur die versäumte Aufsichtsarbeit, sondern es sind alle Aufsichtsarbeiten zu wiederholen (§ 21 Abs. 2 S. 1 JAG NRW). Für Abschichter gilt, dass alle Aufsichtsarbeiten dieses Monats wiederholt werden müssen (§ 21 Abs. 2 S. 2 JAG NRW).

Chronische Erkrankungen

Chronische Erkrankungen rechtfertigen im Regelfall keine Entschuldigung versäumter Prüfungsteile.

Allerdings können auf der Grundlage von § 13 Abs. 1 S. 2 JAG NRW bei chronischer Erkrankung Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Schreibzeitverlängerung oder Pausenregelung) gewährt werden.

Weitere Informationen hierzu sind unter dem Stichwort „Schreibverlängerung“ zu finden.

Erkrankung während des Studiums

Freisemester

Ist der Prüfling nachweislich wegen einer längeren schweren Erkrankung am Studium gehindert, kann ein Semester bei der Berechnung der Fachsemesteranzahl für den sogenannten Freiversuch unberücksichtigt bleiben (§ 25 Abs. 2 Nr. 1 JAG NRW).

Im Falle der Erkrankung hat der Prüfling unverzüglich eine amtsärztliche Untersuchung herbeizuführen und mit der Meldung das amtsärztliche Zeugnis vorzulegen, das die medizinischen Befundtatsachen enthält, aus denen sich eine Studienunfähigkeit ergibt (§ 25 Abs. 3 JAG NRW).

Um ein Freisemester wegen Erkrankung gewähren zu können, muss der Prüfling durch ein amtsärztliches Attest nachweisen, dass er mindestens vier Wochen während der Vorlesungszeit völlig am Studium gehindert war.

Kosten einer amtsärztlichen Untersuchung / Beauftragung des Amtsarztes

Die Kosten einer amtsärztlichen Untersuchung sowohl für ein Freisemester, als auch für die Entschuldigung im Prüfungsverfahren trägt der Prüfling. Der Amtsarzt wird vom Prüfling selbst beauftragt. Eine Beauftragung durch das Justizprüfungsamt erfolgt nicht.