Die erste Prüfung besteht aus der universitären Schwerpunktbereichsprüfung und der staatlichen Pflichtfachprüfung.

Gesamtzeugnis

Über das Bestehen der ersten Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, das die Ergebnisse der Schwerpunktbereichsprüfung und der staatlichen Pflichtfachprüfung sowie eine Gesamtnote enthält.

Schwerpunktbereichsprüfung

Die Schwerpunktbereichsprüfung wird von den Universitäten abgenommen. Ihre Note geht zu 30 % in die Gesamtnote der ersten Prüfung ein. Gegenstand der Schwerpunktbereichsprüfung sind der vom Prüfling gewählte Schwerpunktbereich und die mit ihm ggf. zusammenhängenden Pflichtfächer einschließlich der interdisziplinären und internationalen Bezüge des Rechts. Näheres regeln die jeweiligen Prüfungs- und Studienordnungen der Universitäten.

Staatliche Pflichtfachprüfung

Die staatliche Pflichtfachprüfung wird vor dem Justizprüfungsamt abgelegt. Ihr Ergebnis geht zu 70 % in die Gesamtnote der ersten Prüfung ein. Die Zulassungsvoraussetzungen für die staatliche Pflichtfachprüfung sind in § 7 Absatz 1 JAG NRW im Einzelnen aufgeführt.

Gegenstand der staatlichen Pflichtfachprüfung sind ein schriftlicher und ein mündlicher Teil; der schriftliche Teil geht dem mündlichen Teil voraus.

Aufsichtsarbeiten

Der schriftliche Teil der staatlichen Pflichtfachprüfung besteht aus sechs Aufsichtsarbeiten von je fünf Stunden Dauer. Drei Aufsichtsarbeiten sind dem Bereich des Bürgerlichen Rechts, zwei dem Bereich des Öffentlichen Rechts und eine Aufsichtsarbeit ist dem Bereich des Strafrechts zu entnehmen. Die Aufsichtsarbeiten beginnen in der Regel um 08:45 Uhr.

Mündliche Prüfung

Der mündliche Teil der staatlichen Pflichtfachprüfung besteht aus einem Vortrag und einem mündlichen Prüfungsgespräch. Die Vorbereitungszeit für den Vortrag beträgt eine Stunde. Die Dauer des Vortrags darf 12 Minuten nicht überschreiten. Als Dauer des Prüfungsgespräches sind für jeden Prüfling 30 Minuten vorgesehen. Um zur Teilnahme an der mündlichen Prüfung zugelassen werden zu können, müssen die Leistungen in den Aufsichtsarbeiten insgesamt mindestens 3,50 Punkte im Durchschnitt erreichen. Darüber hinaus dürfen nicht mehr als drei Aufsichtsarbeiten mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet worden sein.

Bestanden

Die staatliche Pflichtfachprüfung ist bestanden, wenn der Prüfling ein Gesamtergebnis von mindestens 4,00 Punkten erreicht hat.

Es sind die Aufsichtsarbeiten mit einem Anteil von insgesamt 60 v. H., der Vortrag mit 10 v. H. und die Leistungen im Prüfungsgespräch mit einem Anteil von insgesamt 30 v. H. zu berücksichtigen. Unter dem Stichwort „Notenrechner“ steht ein Berechnungsbeispiel zur Verfügung.


Nur wer die erste Prüfung besteht, wird zum juristischen Vorbereitungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen zugelassen.